Lakritz in der Schwangerschaft: Das solltest du wissen

Lakritz in der Schwangerschaft: Das solltest du wissen

Wenn du schwanger bist und dich fragst, ob Lakritz konsumiert werden darf und welche Risiken damit verbunden sein könnten, bist du hier genau richtig. Dieser Text liefert dir fundierte Informationen darüber, was du über Lakritz in der Schwangerschaft wissen solltest, um deine Gesundheit und die deines Kindes zu schützen.

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Die Rolle von Lakritz in der Schwangerschaft: Was du wissen musst

Lakritz, gewonnen aus der Wurzel der Süßholzpflanze (Glycyrrhiza glabra), ist weltweit für seinen charakteristischen süßen und leicht bitteren Geschmack beliebt. Viele schwangere Frauen fragen sich, ob sie auf diese Nascherei während der Schwangerschaft verzichten müssen. Die Antwort ist nicht pauschal ja oder nein, sondern hängt von verschiedenen Faktoren ab, insbesondere von der Menge und der Art des Lakritzkonsums. Der Hauptwirkstoff in echtem Lakritz, der Glycyrrhizin, kann bei übermäßigem Verzehr gesundheitliche Auswirkungen auf werdende Mütter und ihre Babys haben.

Was steckt hinter den Bedenken: Glycyrrhizin und seine Wirkung

Das Schlüsselwort bei den Bedenken rund um Lakritz in der Schwangerschaft ist Glycyrrhizin. Diese natürliche süße Substanz ist für den intensiven Geschmack von Lakritz verantwortlich. Glycyrrhizin hat jedoch auch pharmakologische Eigenschaften, die in der Schwangerschaft relevant werden:

  • Wassereinlagerungen und Blutdruckanstieg: Glycyrrhizin kann im Körper die Wirkung von Cortisol verstärken. Cortisol ist ein Stresshormon, das unter anderem den Wasser- und Elektrolythaushalt beeinflusst. Eine übermäßige Zufuhr von Glycyrrhizin kann daher zu erhöhten Cortisolspiegeln führen, was wiederum Wassereinlagerungen (Ödeme) und einen Anstieg des Blutdrucks zur Folge haben kann. Dies ist gerade in der Schwangerschaft, wo der Körper ohnehin stärker beansprucht wird, ein potenzielles Risiko.
  • Beeinträchtigung des Kaliumspiegels: Die verstärkte Cortisolwirkung kann auch zu einem Verlust von Kalium führen. Ein niedriger Kaliumspiegel (Hypokaliämie) kann Muskelschwäche, Herzrhythmusstörungen und Müdigkeit verursachen.
  • Auswirkungen auf die fötale Entwicklung: Studien deuten darauf hin, dass ein hoher Konsum von Glycyrrhizin während der Schwangerschaft mit bestimmten Entwicklungsverzögerungen beim Kind in Verbindung gebracht werden könnte. Insbesondere wurden mögliche Auswirkungen auf die kognitive Entwicklung und das Geschlechtswachstum diskutiert. Diese Studien sind oft Beobachtungsstudien, was bedeutet, dass eine kausale Verbindung nicht immer eindeutig nachgewiesen werden kann, aber sie mahnen zur Vorsicht.

Unterschiede bei Lakritzprodukten: Was du erkennen solltest

Es ist wichtig zu verstehen, dass nicht jedes Produkt, das nach Lakritz schmeckt, auch tatsächlich echten Lakritzextrakt in relevanter Menge enthält. Die Vielfalt an Lakritzprodukten ist groß, und hier liegt ein wichtiger Punkt:

  • Echtes Lakritz: Produkte, die als „Salzlakritz“, „Süßlakritz“ oder „Lakritzkonfekt“ gekennzeichnet sind und als Hauptzutat Lakritzextrakt oder Süßholzwurzelextrakt aufweisen, enthalten potenziell bedenkliche Mengen an Glycyrrhizin. Dies gilt insbesondere für stark konzentrierte Produkte.
  • Aromatisierte Süßigkeiten: Viele Produkte, die nur einen leichten Lakritzgeschmack haben, verwenden stattdessen Aromen oder andere Süßungsmittel und enthalten nur sehr geringe oder gar keine Mengen an echtem Lakritzextrakt. Diese sind in der Regel unbedenklich.
  • Lakritzlikör und Medikamente: Auch in einigen alkoholischen Getränken oder traditionellen Medikamenten kann Lakritz in hohen Konzentrationen enthalten sein. Hier ist besondere Vorsicht geboten.

Achte daher immer auf die Zutatenliste. „Süßholzwurzelextrakt“ oder „Lakritzextrakt“ sind die Begriffe, auf die du achten solltest, wenn du sichergehen willst, dass es sich um echtes Lakritz handelt.

Empfehlungen und Richtlinien: Wie viel ist zu viel?

Die medizinische Gemeinschaft ist sich einig, dass ein moderater Konsum von Lakritz während der Schwangerschaft in der Regel als unbedenklich gilt, solange es sich um Produkte mit geringem Glycyrrhizin-Gehalt handelt. Die Definition von „moderat“ kann variieren, aber die gängigen Empfehlungen laufen darauf hinaus, den Konsum stark zu limitieren oder ganz zu meiden, wenn es sich um Produkte mit hohem Lakritzanteil handelt.

  • Großbritannien: Die britische Food Standards Agency (FSA) empfiehlt schwangeren Frauen, den Konsum von Lakritz auf einmal pro Woche zu beschränken.
  • Skandinavien: In skandinavischen Ländern gibt es strengere Empfehlungen, und dort wird oft davon abgeraten, Lakritz während der Schwangerschaft zu essen.
  • Deutschland: In Deutschland gibt es keine so expliziten, pauschalen Verbote oder Mengenempfehlungen von offiziellen Stellen. Allerdings raten viele Ärzte und Hebammen zur Vorsicht und empfehlen, den Konsum stark einzuschränken, insbesondere bei Produkten mit hohem Lakritzanteil.

Als Faustregel gilt: Wenn du dir unsicher bist, ist es besser, auf Nummer sicher zu gehen und den Konsum von echtem Lakritz während der gesamten Schwangerschaft zu vermeiden oder nur in sehr geringen Mengen und sehr selten zu genießen. Wenn du regelmäßig Süßigkeiten isst, die Lakritz enthalten, solltest du dich mit deinem Arzt oder deiner Hebamme beraten.

Mögliche Alternativen zu Lakritz in der Schwangerschaft

Wenn du Lust auf etwas Süßes oder eine bestimmte Geschmacksrichtung hast, gibt es zahlreiche Alternativen, die während der Schwangerschaft unbedenklich sind:

  • Fruchtgummi und Weingummis (ohne Lakritz): Viele herkömmliche Fruchtgummi-Sorten enthalten keine Lakritzbestandteile und sind eine gute Alternative.
  • Schokolade: Dunkle Schokolade kann eine gute Wahl sein und liefert zudem Eisen.
  • Obst: Frisches Obst ist eine gesunde und natürliche Süßungsquelle.
  • Gefrorene Früchte: Eine erfrischende und gesunde Option.
  • Süßholz-ähnliche Aromen (künstlich): Achte auf Produkte, die nur mit Aromen einen lakritzähnlichen Geschmack erzeugen, aber keinen echten Lakritzextrakt enthalten.

Zusammenfassung der Risiken und Vorteile im Überblick

Um die wichtigsten Punkte übersichtlich darzustellen, findest du hier eine Zusammenfassung:

Kategorie Informationen zu Lakritz in der Schwangerschaft
Hauptwirkstoff Glycyrrhizin aus der Süßholzwurzel.
Potenzielle Risiken Wassereinlagerungen, Blutdruckanstieg, Kaliumverlust, mögliche Auswirkungen auf die fötale Entwicklung (bei hohem Konsum).
Empfohlener Konsum Generell zur Vorsicht geraten, starker Konsum von Produkten mit hohem Lakritzanteil wird nicht empfohlen. Moderater Konsum von Produkten mit geringem Anteil kann individuell beurteilt werden, Beratung mit Arzt/Hebamme empfohlen.
Wichtige Unterscheidung Echtes Lakritz (mit Glycyrrhizin) vs. aromatisierte Süßigkeiten (oft unbedenklich). Zutatenliste prüfen!
Alternativen Fruchtgummi, Schokolade, Obst, künstlich aromatisierte Produkte.

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FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Lakritz in der Schwangerschaft: Das solltest du wissen

Darf ich überhaupt kein Lakritz mehr essen, wenn ich schwanger bin?

Es gibt keine pauschale Empfehlung, Lakritz komplett zu verbannen, solange es sich um Produkte mit einem sehr geringen Anteil an echtem Lakritzextrakt handelt und du diese nur in sehr kleinen Mengen und selten konsumierst. Die Sorge gilt vor allem dem Hauptwirkstoff Glycyrrhizin, der in hohen Konzentrationen problematisch sein kann. Bei Unsicherheit oder wenn du unsicher bist, welche Mengen unbedenklich sind, ist es immer am besten, dies mit deinem Arzt oder deiner Hebamme zu besprechen. Viele schwangere Frauen verzichten vorsichtshalber komplett auf echtes Lakritz, um auf Nummer sicher zu gehen.

Was passiert, wenn ich versehentlich mehr Lakritz gegessen habe, als empfohlen?

Wenn du einmalig eine größere Menge Lakritz konsumiert hast, ist das in der Regel kein Grund zur Panik. Dein Körper kann geringfügige Abweichungen meist gut ausgleichen. Solltest du jedoch nach dem Konsum ungewöhnliche Symptome wie starken Blutdruckanstieg, starke Wassereinlagerungen oder Herzrasen bemerken, ist es ratsam, umgehend medizinischen Rat einzuholen. Wichtig ist, den Konsum von Lakritz mit hohem Glycyrrhizin-Gehalt fortan zu vermeiden.

Sind alle Lakritzprodukte gleich?

Nein, das ist ein wichtiger Punkt. Es gibt große Unterschiede. Produkte mit hohem Anteil an echtem Lakritzextrakt (oft bei Salzlakritz oder sehr intensiven Süßlakritzsorten der Fall) bergen ein höheres Risiko als Produkte, die nur mit Lakritz-Aroma versetzt sind oder nur einen sehr geringen Extraktanteil aufweisen. Lies immer die Zutatenliste. Wenn du „Süßholzwurzelextrakt“ oder „Lakritzextrakt“ in nennenswerter Menge als Zutat findest, handelt es sich um echtes Lakritz.

Gibt es eine sichere tägliche oder wöchentliche Menge an Lakritz für Schwangere?

Es gibt keine exakten, weltweit einheitlich festgelegten und wissenschaftlich unwiderlegbaren sicheren Mengenangaben für Lakritzkonsum in der Schwangerschaft. Die Empfehlungen variieren stark je nach Land und wissenschaftlicher Einschätzung. Als grobe Richtlinie wird in einigen Ländern ein Konsum von maximal einmal pro Woche von kleinen Mengen stark lakritzhaltiger Produkte genannt. Andere raten generell zur Vermeidung. Die sicherste Herangehensweise ist, den Konsum von echtem Lakritz stark zu limitieren und bei Unsicherheit immer ärztlichen Rat einzuholen.

Kann Lakritz die Entwicklung meines Babys beeinträchtigen?

Einige Studien deuten darauf hin, dass ein sehr hoher Konsum von Glycyrrhizin während der Schwangerschaft mit möglichen Auswirkungen auf die fötale Entwicklung verbunden sein könnte, beispielsweise im Hinblick auf die kognitive Entwicklung oder das Geschlechtswachstum. Diese Studien sind oft komplex und erfordern weitere Forschung. Dennoch unterstreichen sie die Notwendigkeit, den Konsum von glycyrrhizinreichem Lakritz während der Schwangerschaft zu meiden oder stark zu reduzieren, um jegliches Risiko zu minimieren.

Was ist der Unterschied zwischen Süßholz und Lakritz?

Lakritz ist der aus der Wurzel der Süßholzpflanze (Glycyrrhiza glabra) gewonnene Extrakt. Süßholz ist im Grunde der natürliche Rohstoff, während Lakritz das verarbeitete Produkt ist. Wenn von Lakritz in Bezug auf die Schwangerschaft die Rede ist, ist immer der Extrakt aus der Süßholzwurzel gemeint, der den Wirkstoff Glycyrrhizin enthält.

Sollte ich auch Lakritz-Bonbons oder Lakritz-Tee meiden?

Ja, auch Lakritz-Bonbons, Lakritz-Tee oder andere Produkte, die echten Lakritzextrakt enthalten, solltest du mit Vorsicht genießen. Die Konzentration von Glycyrrhizin kann hier je nach Produkt variieren. Lakritz-Tee kann beispielsweise, wenn er häufig und in großen Mengen getrunken wird, zu einer erhöhten Aufnahme von Glycyrrhizin führen. Lies die Zutatenliste und sei dir bewusst, dass auch diese Produkte den Wirkstoff enthalten können. Im Zweifel ist es besser, diese während der Schwangerschaft zu meiden.

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